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Fall Fabian in Güstrow: Testament-Kauf und neue Fragen im Mordprozess gegen Gina H.

Der Fall des getöteten Fabian aus Güstrow beschäftigt weiterhin die Justiz. Im Mordprozess gegen Gina H. (30) wurden neue Ermittlungsergebnisse bekannt, die den Tag des Verschwindens des achtjährigen Jungen in den Mittelpunkt rücken. Besonders der Browserverlauf der Angeklagten, ein Testamentskauf am Vorabend und ihre Aussagen zu Fabians Bauchschmerzen werfen weitere Fragen auf.

Am Mittwoch verlas Richter Holger Schütt vor Gericht neue Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft Rostock. Dabei ging es unter anderem um die Internetaktivitäten von Gina H. am 10. Oktober 2025, dem Tag, an dem Fabian verschwand.

Fabian verschwand am 10. Oktober 2025 aus Güstrow

Am Morgen des 10. Oktober 2025 verschwand der achtjährige Fabian spurlos aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern.

Vier Tage später meldete Gina H., die ehemalige Lebensgefährtin von Fabians Vater Matthias R. (35), den Fund der Leiche des Jungen bei der Polizei.

Gegen die 30-Jährige läuft ein Mordprozess. Im Mittelpunkt der aktuellen Verhandlung standen neue Ermittlungsergebnisse und ihre Antworten auf Fragen, die der Richter ihr an den vergangenen Verhandlungstagen gestellt hatte.

Gina H. kaufte am Abend vor Fabians Verschwinden ein Testament

Ein neuer Aspekt im Fall Fabian betrifft die Internetaktivitäten der Angeklagten unmittelbar vor dem Verschwinden des Jungen.

Bereits am Abend des 9. Oktober 2025 hatte Gina H. online ein Testament gekauft. Zuvor war es zu einem Streit mit Fabians Vater Matthias R. gekommen. Das Paar hatte sich damals erst kürzlich getrennt.

Am nächsten Morgen, dem 10. Oktober, besuchte Gina H. um 10.26 Uhr erneut eine Internetseite für Rechtsdokumente.

Über diese Plattform können Nutzer unter anderem ihren Nachlass regeln, Festlegungen zur medizinischen Versorgung treffen und Dokumente für Immobilienvermietungen, Kündigungen oder Vereinsgründungen erstellen.

Der Besuch der Internetseite erfolgte nur 25 Minuten vor der letzten registrierten Aktivität von Fabians Handy.

Welche Bedeutung der Testamentskauf und die anschließenden Internetaktivitäten für den Mordprozess haben, ist Gegenstand der gerichtlichen Aufklärung.

Neue Erkenntnisse im Fall Fabian: Diese Uhrzeiten stehen im Mittelpunkt

Die Ermittler rekonstruierten mehrere Ereignisse am Vormittag des 10. Oktober 2025.

Dabei ergibt sich folgende zeitliche Abfolge:

  • 10.26 Uhr: Gina H. besucht eine Internetseite für Rechtsdokumente.
  • 10.43 Uhr: Eine Überwachungskamera eines Elektroladens in der Nähe von Fabians Wohnanschrift zeichnet einen orangefarbenen Ford Ranger auf.
  • 10.51 Uhr: Das Handy des achtjährigen Fabian ist zum letzten Mal aktiv. Dies gilt als sein letztes registriertes Lebenszeichen.
  • 10.52 Uhr: Gina H.s Auto fährt aus dem Ort.

Die zeitliche Nähe dieser Ereignisse ist ein Bestandteil der Ermittlungen. Welche Schlüsse sich daraus für das Verfahren ziehen lassen, muss das Gericht klären.

Browserverlauf von Gina H. enthält weitere Internetaktivitäten

Bei der Verhandlung wurde auch bekannt, welche weiteren Internetseiten und Inhalte Gina H. am Tag von Fabians Verschwinden aufgerufen hatte.

Am Morgen beschäftigte sie sich unter anderem mit einem Beitrag über eine Tierkrankenversicherung sowie einem Artikel über eine Abnehmspritze.

Darüber hinaus tauchten im ausgewerteten Browserverlauf mehrere Facebook-Spruchbilder auf. Diese thematisierten unter anderem Veränderungen im Leben und gegenseitiges Verständnis.

Am späten Nachmittag und Abend suchte Gina H. außerdem nach Informationen über den Pferdesportverband Mecklenburg-Vorpommern.

Besonders interessant für die Ermittler waren jedoch ihre Suchanfragen zu Polizeimeldungen und offiziellen Nachrichten aus Güstrow.

Diese hatte sie bereits durchgeführt, bevor Fabians Vater sie per WhatsApp über das Verschwinden seines Sohnes informierte.

Um 20.47 Uhr öffnete Gina H. schließlich einen öffentlichen Beitrag von Matthias R., in dem dieser mitteilte, dass sein Sohn spurlos verschwunden sei.

Woher wusste Gina H. von Fabians Bauchschmerzen?

Eine zentrale Frage im Mordprozess gegen Gina H. betrifft eine Sprachnachricht, die sie am Abend des 10. Oktober 2025 verschickte.

Um 21.44 Uhr erklärte die Angeklagte darin, dass Fabian mit Bauchschmerzen zu Hause gewesen sei.

Doch woher hatte sie diese Information?

Richter Holger Schütt hatte Gina H. dazu mehrfach befragt.

Zunächst erklärte sie, dass sie von Fabians Vater Matthias R. über die Bauchschmerzen informiert worden sei.

Der Richter konfrontierte sie jedoch damit, dass sie bis zum Zeitpunkt der Sprachnachricht noch gar kein Telefonat mit Matthias R. geführt hatte.

Daraufhin änderte Gina H. ihre Erklärung und gab an, die Information aus dem Internet erhalten zu haben.

Ermittler finden keinen entsprechenden Hinweis im Browserverlauf

Für die Ermittler ist nicht nur entscheidend, welche Internetseiten Gina H. am Tag von Fabians Verschwinden besuchte. Von Bedeutung sind auch die Informationen, die sich im ausgewerteten Browserverlauf nicht finden lassen.

Dort tauchen keine Inhalte auf, die erklären könnten, woher die Angeklagte von Fabians Bauchschmerzen wusste.

Damit bleibt die Frage offen, auf welchem Weg Gina H. tatsächlich von diesem Umstand erfahren hatte.

Allein das Fehlen entsprechender Einträge im Browserverlauf belegt allerdings nicht, dass die Information nicht auf anderem Weg zu ihr gelangt sein könnte.

Welche Bedeutung ihre unterschiedlichen Erklärungen für die Bewertung der Beweislage haben, ist im weiteren Gerichtsverfahren zu klären.

Mordprozess im Fall Fabian: Gericht prüft neue Ermittlungsergebnisse

Die neuen Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft Rostock ergänzen die bisherigen Ermittlungen zum Verschwinden und Tod des achtjährigen Fabian.

Im Mittelpunkt stehen insbesondere der zeitliche Ablauf am 10. Oktober 2025, die Internetaktivitäten der Angeklagten und ihre Aussagen über die Bauchschmerzen des Jungen.

Die gegen Gina H. erhobenen Vorwürfe werden im laufenden Mordprozess gerichtlich geprüft. Eine rechtskräftige Feststellung ihrer Schuld ist damit nicht verbunden.

Der Tod des achtjährigen Fabian bleibt ein tragischer Verlust. Während die juristische Aufarbeitung weitergeht, müssen seine Angehörigen mit dem Verlust des Jungen leben.

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